Zahlen, Zahlen, Zahlen…

von Sabrina Rudolph und Anna Rothmayer

Das Studium übernimmt in der heutigen Arbeitswelt immer mehr an Wichtigkeit. Um ein Studium beginnen zu können wird jedoch ein (Fach-)Abitur benötigt. Der Weg zu diesem führt für mehr SchülerInnen über die FOS als über die BOS. Warum ist das so?

Es liegt vor allem daran, dass die meisten SchülerInnen ihren schulischen Laufweg in einem Zug erledigen wollen oder nach der Real- oder Hauptschule zwar eine Richtung, aber noch keinen genauen Traumberuf gefunden haben. Durch das Erwerben des (Fach-)Abiturs möchten sich so viele mehr Wege ermöglichen.

Ein wichtiger Grund ist aber vor allem auch, so Herr Dr. Hunger, dass sich die FOS als Bildungsangebot in den letzten Jahren rumgesprochen hat und es sich viele Schüler nun auch zutrauen überhaupt einen weiteren schulischen Weg einzuschlagen. Langzeitig gesehen ist jeder Schüler, der auf der FOS war, später kein BOS Schüler mehr. So wird die BOS immer durch den Boom der FOS ein bisschen kleiner sein.

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Wie ist die Geschlechterverteilung auf der FOS und der BOS?

Während auf der FOS ungefähr gleich viele Jungs wie Mädchen sind, überwiegt bei der BOS der männliche Anteil. Die genauen Gründe wissen wir leider nicht, aber da es vor allem viele technische Klassen in der BOS gibt und in diesen meist das Testosteron überwiegt, könnte dies ein Ausschlag für die ungleiche Verteilung sein. Anscheinend haben viele Jungen nach einer technisch orientierten Ausbildung das Bedürfnis, sich noch weiter zu bilden oder in ihrem Beruf aufzusteigen und so steigt der Anteil des männlichen Geschlechts meist in den BOS Klassen.

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…und dann gibt’s da noch die ‚besonderen‘ Klassen:

In einigen Klassen gibt es besonders viele Jungs, in anderen Klassen besonders viele Mädels. Eine Auswahl der Klassen, in denen das Verhältnis besonders ungleich ist, findet ihr hier.

Wir haben SchülerInnen einiger Klassen befragt, wie es so ist, wenn man zum Beispiel nur männliche Klassenkameraden hat oder die Mädels die Mehrheit übernehmen:

Vorklasse Technik (VKLT) – 25 Jungen:

Natürlich gibt es trotzdem kleine Männerrivalitäten aber der Hahnenkampf um das weibliche Geschlecht bleibt in solchen Klassen dafür aus. Die Vorklasse Technik bezeichnet sich selbst als ein eingeschworenes Männerteam, hätte aber trotzdem gerne einen weiblichen Anteil in ihrer Klasse. Warum gar kein ‚Mädl‘ in ihrer Klasse ist, das haben wir sie auch gefragt. Die Antwort: ‚Weil Technik sehr anspruchsvoll ist‘ Ah ja! Aber natürlich auch, weil der Zweig Technik vor allem mit typischen Männerberufen, also vor allem handwerklichen Berufen verbunden ist, welche trotz Emanzipation auch meistens Männersache bleiben.

Dass die Frauenquote im technischen Zweig meistens sehr gering ausfällt, das war schon immer so und hat sich im Laufe der Jahre auch nicht sehr verändert, so Herr Dr. Hunger.

So hoffen wir jedoch trotzdem, dass die armen technisch begabten Burschen in den nächsten Jahren mehr Mitschülerinnen in ihren Klassen haben dürfen und sich einige Mädchen auch trauen, vielleicht doch eine eher für ihr Geschlecht untypische Berufsrichtung einzuschlagen.

11 bS – 15 Mädchen, 4 Jungen

Zickenkrieg in der 11 bS? Natürlich nicht. Obwohl der weibliche Anteil hier deutlich überwiegt, herrscht trotzdem ‚Harmonie‘. Die sozialen Klassen sind meist sehr ausgeglichen, so der Schulleiter, jedoch sind die ‚Mädels‘ in diesem Zweig meist etwas stärker vertreten. Dass es Ausreißer gibt, so wie die 11 bS, das könnte daran liegen, dass die soziale Richtung eher Frauensache ist und die meisten sozialen Berufe mehr von Frauen ausgeführt werden, als von Männern. Und trotzdem sind die Zahlen des männlichen Geschlechts in den sozialen Klassen sehr hoch und Ausreißer, wie die 11 bS eher etwas besonderes.

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Weckworte

P1240722Gelungener Workshop im BRK Seniorenheim Rosenheim: Der bekannte Poetry-Slamer Lars Ruppel trägt mit Schülern der Beruflichen Oberschule Rosenheim Gedichte für Menschen mit Alzheimer vor.

Lars Ruppel steht in der Mitte eines Stuhlkreises und trägt ein Gedicht vor. Normalerweise steht er dabei auf einer Bühne und ist Poetry Slamer – dann ist sein Publikum jung und besteht zum größten Teil aus Studenten. Doch dieses Mal dichtet er zusammen mit Schülern der FOS/BOS Rosenheim und den Bewohnern des Seniorenheims BRK in Rosenheim.

In den Weckworte-Workshops des Slam-Poeten Lars Ruppel lernen Schüler, Pflegekräfte, Angehörige und interessierte Menschen wie man Gedichte für Menschen mit Demenz vorträgt und Poesie in das tägliche Leben integriert.

Interesse an Gedichten wecken und damit die Lebensfreude in Menschen mit Alzheimer wecken – das ist das Ziel von Weckworte.

In einem mehrstündigen Workshop lernten 24 interessierte Schüler und Schülerinnen der Fachrichtung Sozialwesen der Beruflichen Oberschule Rosenheim, wie sie klassische Gedichte in der Betreuung von Senioren einsetzen können. Im Vordergrund stand zunächst die Begeisterung für Sprache, das spielerische Erfahren der eigenen darstellerischen Möglichkeiten und der Abbau von Berührungs- und Vortragsängsten. Direkt nach dem Workshop fand die Anwendung statt.

Das gemeinsame Aufsagen der Gedichte, der bekannte Klang und der Rhythmus aktivieren Erinnerungen. Heinz Erhardt, Wilhelm Busch, Friedrich Güll, Christian Morgenstern und Hanns Dieter Hüsch sind besonders gut geeignet. Ein Weckworte-Gedicht muss unterhalten, aber auch bewegen und Emotionen hervorrufen. Heinrich Heines „Loreley“ weckt Gefühle, Erich Frieds „Was es ist“ stimmt melancholisch, aber nicht traurig. Lars Ruppel erklärt, dass solche Gedichte im besten Fall rhythmisch sind. „So können sich die Zuhörenden zum Rhythmus bewegen, denn das Herz wird nie dement“. Der Bekanntheitsgrad der Gedichte ist wichtig, damit sie wiedererkannt werden. Die Schüler der BOS Rosenheim versuchen sich mit Erfolg in der Anwendung dieser Regeln und tragen einzelne Zeilen vor, welche die Gruppe dann wiederholt.

An den Reaktionen der Senioren kann man erkennen, dass das Konzept aufgeht – sie zeigen sich aufgeschlossen und interagierten gerne mit den Schülern. Dieser Workshop setzt offenkundig Erinnerungsprozesse in Gang, führt zu Erfolgserlebnissen bei allen Beteiligten und zeigt, wie Worte wirken.

Gleich danach fand an der beruflichen Oberschule selbst ein Workshop für die Schüler der 12. und 13. Klassen statt, in dem Sie sich als Poetry-Slam-Poeten versuchen konnten – animiert von einem ambitionierten Lars Ruppel.

Initiiert wurde dieser Workshop vom Evangelischen Bildungswerk Rosenheim-Ebersberg e.V. unter dem Vorsitz von Helmut Franke. Ohne die großzügige Finanzierung der Sparkassenstiftung wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen.

Bericht und Foto: Anita Deml

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