Kann man den Schülern noch vertrauen?

Kommentar von Johanna Steinlen

Das Klischee des unmotivierten Schülers: So wenig Unterricht wie möglich und nur so viel Aufwand wie unbedingt nötig. Der Schüler unternimmt alles erdenklich Mögliche, um nur nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen. Soweit das Klischee. Aber wann erkennt die Mehrheit der Lehrer von außen ob ein Schüler sich vom Unterricht drücken will oder einen wichtigen Termin innerhalb der Schulzeit hat?

Das ist mit Sicherheit nicht immer leicht zu beurteilen. Dennoch: Meiner Meinung nach herrscht zu viel Misstrauen gegenüber den Schülern, vor allem wenn es um Befreiungen vom Unterricht durch die Schulleitung geht. Es ist schon in einigen Fällen vorgekommen, dass Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel für einen Tag der offenen Tür an einer Hochschule oder auch für eine Aufnahmeprüfung an einer Hochschule von der Schulleitung nicht befreit wurden. Auf einer berufsbildenden Schule ist das für mich ein NO GO! Jeder Schüler will nach seinem abgeschlossenen Abitur entweder studieren oder eine Ausbildung beginnen. Um die richtige Studienwahl treffen oder den richtigen Ausbildungsplatz finden zu können, sollte jeder die Möglichkeit erhalten, sich als zukünftiger Student an den Hochschule zu informieren und die Möglichkeit haben sie zu besichtigen. Gleiches gilt für die Suche nach einem Ausbildungsplatz bzw. die Möglichkeit zu erhalten sich bei einer Firma vorzustellen. Auch eine Aufnahmeprüfung ist eine einmalige Chance, die man als Schüler natürlich nicht verpassen möchte. So bleibt für viele nur die Möglichkeit sich selbst vom Unterricht „zu befreien“. Zudem fühlen sich manche Schüler von der Schulleitung wenig unterstützt und ihnen wird in manchen Punkten wenig Vertrauen entgegengebracht.

Meiner Überzeugung nach ist dies nicht gerechtfertigt. Alle Schüler sind freiwillig auf die FOS oder BOS gekommen und sind motiviert ihr Abitur bestmöglich zu bestehen und anschließend erfolgreich eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Sicherlich gibt es immer wieder „schwarze Schafe“. Trotzdem sollte nicht pauschalisiert werden und nicht hinter jedem Antrag auf Befreiung ein fauler Schüler vermutet werden!

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ÖKOWI – So spielt das Leben

Wie jedes Jahr fand auch heuer wieder das Planspiel „OEKOWI“ der BOS Rosenheim unter der Leitung von den Wirtschaftslehrern Monika Kirchner und Martin Bensch im Schüler- und Studentenzentrum statt. Eingeteilt in verschiedene Unternehmen, Haushalte, Regierung, Kommission Zukunft und Presse erlebten die Schüler der Klasse 13uW in einer Woche, wie sich selbst die kleinsten Entscheidungen und Maßnahmen auf das große Ganze im fiktiven Land Ecoland auswirken. Bei diversen Krisen und Staatsbankrotten konnten die Schüler zeigen, wie sie auf Extremsituationen reagieren müssen. Besonders die Aspekte Umwelt und Wirtschaft standen dabei im Vordergrund.

Neben dem gewöhnlichen Tagesablauf mit all den Sitzungen, Beschlüssen und Diskussionen war der Vortrag von Herrn Lehner, Dozent für Kommunikation an der FH Rosenheim und Leiter des Schüler – und Studentenzentrums, ein Highlight für die Schüler. Passend zum Planspiel zeigte er wie Kommunikation in Verhandlungen konstruktiv gestaltet funktioniert und wie man Probleme sinnvoll lösen kann. Dadurch waren die Teilnehmer in der Lage, gemeinsam Krisensituationen zu bewältigen und über sich selbst hinauszuwachsen.

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Ein Hoch auf die Tutoren

 

Die Klinikclowns ließen bei der Checkübergabe das Autorenteam hochleben.
Die Klinikclowns ließen bei der Checkübergabe das Autorenteam hochleben.

Auch heuer fand vom 5. bis 11. Dezember 2015 an der FOS und BOS Rosenheim die „Plätzchenaktion“ jeweils in der großen Pause in der Aula statt, um die Klinkclowns finanziell zu unterstützen. Die Tutoren der Schule haben in großer Eigeninitiative die SchülerInnen den Klassen dazu angeregt, Plätzchen zu backen, die dann an der Schule sehr günstig verkauft wurden. So erwirtschafteten die SchülerInnen einen Spendenbetrag von 300 Euro, der am 17. Februar 2016 beim Besuch der Klinikclowns übergeben werden konnte. Ein großes Dankeschön geht hierbei insbesondere an die Schüler und Schülerinnen der 11ten, 12ten und Vorklassen, die fleißig Zuhause und in der Schule Plätzchen gebacken haben. Auch hervorzuheben ist das Engagement von Theresa Kaltenecker und Anna-Lena Mayer aus der 13bS FOS, die sich am Nachmittag mit der Vorklasse Technik getroffen haben, um den Großteil der Plätzchen zu backen. Die Sprecherinnen der Aktion Sara Horvat (12bS FOS), Laura Wehner (12fW FOS) und Lena Schmid (12aS FOS), sowie die andere Freiwillige, haben ihre Pause geopfert, um die Plätzchen an die Mitschüler zu verkaufen und dürfen sich nun mit der Schulführung über den großen Erfolg der Spendenaktion freuen.

Laura Wehner und Sara Horvat

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Weckworte

P1240722Gelungener Workshop im BRK Seniorenheim Rosenheim: Der bekannte Poetry-Slamer Lars Ruppel trägt mit Schülern der Beruflichen Oberschule Rosenheim Gedichte für Menschen mit Alzheimer vor.

Lars Ruppel steht in der Mitte eines Stuhlkreises und trägt ein Gedicht vor. Normalerweise steht er dabei auf einer Bühne und ist Poetry Slamer – dann ist sein Publikum jung und besteht zum größten Teil aus Studenten. Doch dieses Mal dichtet er zusammen mit Schülern der FOS/BOS Rosenheim und den Bewohnern des Seniorenheims BRK in Rosenheim.

In den Weckworte-Workshops des Slam-Poeten Lars Ruppel lernen Schüler, Pflegekräfte, Angehörige und interessierte Menschen wie man Gedichte für Menschen mit Demenz vorträgt und Poesie in das tägliche Leben integriert.

Interesse an Gedichten wecken und damit die Lebensfreude in Menschen mit Alzheimer wecken – das ist das Ziel von Weckworte.

In einem mehrstündigen Workshop lernten 24 interessierte Schüler und Schülerinnen der Fachrichtung Sozialwesen der Beruflichen Oberschule Rosenheim, wie sie klassische Gedichte in der Betreuung von Senioren einsetzen können. Im Vordergrund stand zunächst die Begeisterung für Sprache, das spielerische Erfahren der eigenen darstellerischen Möglichkeiten und der Abbau von Berührungs- und Vortragsängsten. Direkt nach dem Workshop fand die Anwendung statt.

Das gemeinsame Aufsagen der Gedichte, der bekannte Klang und der Rhythmus aktivieren Erinnerungen. Heinz Erhardt, Wilhelm Busch, Friedrich Güll, Christian Morgenstern und Hanns Dieter Hüsch sind besonders gut geeignet. Ein Weckworte-Gedicht muss unterhalten, aber auch bewegen und Emotionen hervorrufen. Heinrich Heines „Loreley“ weckt Gefühle, Erich Frieds „Was es ist“ stimmt melancholisch, aber nicht traurig. Lars Ruppel erklärt, dass solche Gedichte im besten Fall rhythmisch sind. „So können sich die Zuhörenden zum Rhythmus bewegen, denn das Herz wird nie dement“. Der Bekanntheitsgrad der Gedichte ist wichtig, damit sie wiedererkannt werden. Die Schüler der BOS Rosenheim versuchen sich mit Erfolg in der Anwendung dieser Regeln und tragen einzelne Zeilen vor, welche die Gruppe dann wiederholt.

An den Reaktionen der Senioren kann man erkennen, dass das Konzept aufgeht – sie zeigen sich aufgeschlossen und interagierten gerne mit den Schülern. Dieser Workshop setzt offenkundig Erinnerungsprozesse in Gang, führt zu Erfolgserlebnissen bei allen Beteiligten und zeigt, wie Worte wirken.

Gleich danach fand an der beruflichen Oberschule selbst ein Workshop für die Schüler der 12. und 13. Klassen statt, in dem Sie sich als Poetry-Slam-Poeten versuchen konnten – animiert von einem ambitionierten Lars Ruppel.

Initiiert wurde dieser Workshop vom Evangelischen Bildungswerk Rosenheim-Ebersberg e.V. unter dem Vorsitz von Helmut Franke. Ohne die großzügige Finanzierung der Sparkassenstiftung wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen.

Bericht und Foto: Anita Deml

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